Besonders im oberen Gesicht müssen Stirn, Augenbrauen und Glabellaregion als funktionelle Einheit betrachtet werden.
Der Stirnmuskel – der Musculus frontalis – hebt die Augenbrauen an. Seine Gegenspieler, insbesondere der Musculus corrugator supercilii, der Musculus procerus und Teile des Musculus orbicularis oculi, ziehen die Augenbrauen nach unten oder zur Gesichtsmitte.
Wird dieses muskuläre Gleichgewicht bei der Dosierung oder Auswahl der Injektionspunkte nicht ausreichend berücksichtigt, können sich die Augenbrauen vorübergehend schwerer anfühlen. Auch bereits vorhandene Asymmetrien oder ein kompensatorisches Anheben der Stirn können dadurch deutlicher sichtbar werden.
Deshalb beginnt jede Behandlung in unserer MY-Lounge im Gesundbrunnen-Center Berlin mit einer individuellen ärztlichen Analyse. Dabei wird das Gesicht zunächst in entspannter Position und anschließend bei gezielter Mimik beurteilt – beispielsweise beim Stirnrunzeln, Anheben der Augenbrauen, Zusammenziehen der Brauen und Lächeln.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Untersuchung ist die Unterscheidung zwischen dynamischen und statischen Falten. Dynamische Falten entstehen vor allem durch wiederholte Muskelbewegungen und sind zunächst überwiegend bei aktiver Mimik sichtbar. Statische Linien bleiben dagegen auch im entspannten Gesicht bestehen und können zusätzlich durch Hautstruktur, Elastizitätsverlust und andere individuelle Faktoren beeinflusst werden.
Botulinumtoxin reduziert vorübergehend die Aktivität ausgewählter Muskeln. Es kann dadurch mimisch bedingte Falten mildern, besitzt jedoch keinen auffüllenden Effekt wie ein Filler. Bei bereits tief eingeprägten statischen Falten muss deshalb ärztlich beurteilt werden, welches Ergebnis mit Botulinumtoxin allein realistisch erreichbar ist.
Eine medizinisch und ästhetisch sinnvolle Behandlung basiert daher auf einer zurückhaltenden, anatomisch begründeten Dosierung. Das Ziel besteht nicht darin, jede Bewegung vollständig auszuschalten. Vielmehr soll eine übermäßige Muskelaktivität so weit reduziert werden, dass das Gesicht entspannter wirkt, ohne seine individuelle Ausdrucksfähigkeit zu verlieren.
Da sich die Wirkung schrittweise entwickelt, sollte das Ergebnis nicht unmittelbar nach der Injektion bewertet werden. Eine zuverlässige Beurteilung ist in der Regel erst nach etwa 10 bis 14 Tagen möglich. Erst zu diesem Zeitpunkt kann im Rahmen einer ärztlichen Kontrolle entschieden werden, ob eine weitere Anpassung medizinisch sinnvoll ist.