Botox in der Schwangerschaft und Stillzeit: Was du wissen solltest
In der Schwangerschaft und Stillzeit behandeln wir nicht mit Botulinum. Das ist eine Vorsichtsmaßnahme: Es gibt keine Hinweise darauf, dass der Wirkstoff dem Kind schadet, aber es fehlen gute Studien, die das sicher ausschließen. Wenn du behandelt wurdest, bevor du von der Schwangerschaft wusstest, ist das nach heutigem Wissen kein Grund zur Sorge.

Auf einen Blick
- In Schwangerschaft und Stillzeit behandeln wir nicht mit Botulinum, auch nicht gegen Migräne.
- Schädliche Wirkungen auf das Kind sind nicht bekannt. Die Daten reichen aber nicht, um ein Risiko sicher auszuschließen.
- Wurdest du behandelt, ohne von der Schwangerschaft zu wissen, musst du dir nach heutigem Wissen keine Sorgen machen. Sag es deinem Frauenarzt.
- Auch mit Hyaluron behandeln wir in dieser Zeit nicht.

Warum wir in Schwangerschaft und Stillzeit nicht behandeln
Eine Faltenbehandlung ist eine Behandlung, die nicht sein muss. Sie lässt sich problemlos verschieben. Deshalb gilt bei uns eine einfache Regel: In dieser Zeit wird nicht behandelt, auch wenn das Risiko nach allem, was man weiß, sehr gering ist.
Der Grund ist die Studienlage. Medikamente werden aus ethischen Gründen nicht gezielt an Schwangeren getestet. Was man über Botulinum in der Schwangerschaft weiß, stammt aus Fällen, in denen Frauen behandelt wurden, ohne von der Schwangerschaft zu wissen, oder in denen eine medizinische Behandlung nötig war. Diese Daten sind beruhigend, aber nicht so belastbar wie eine große Studie (Embryotox).
Das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité (Embryotox) empfiehlt deshalb: Für kosmetische Zwecke soll Botulinum in der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Auch die Fachinformationen der Präparate raten davon ab. Daran halten wir uns.
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Was sagen die Daten?
In der Schwangerschaft
Botulinum wirkt dort, wo es gespritzt wird: im Muskel. Nach heutigem Wissen gelangt bei einer Spritze in den Muskel kaum etwas ins Blut, und es gibt keine Hinweise, dass der Wirkstoff über die Plazenta zum Kind übergeht (Embryotox).
Die größte Auswertung stammt aus der Sicherheitsdatenbank eines Herstellers und umfasst fast 30 Jahre. Bei 152 Lebendgeburten nach einer Behandlung kurz vor oder während der Schwangerschaft lag der Anteil schwerer Fehlbildungen bei 0,7 Prozent. In der Allgemeinbevölkerung liegt er bei 3 bis 6 Prozent. Die meisten Frauen waren vor der Schwangerschaft oder in den ersten drei Monaten behandelt worden, gut ein Drittel davon aus ästhetischen Gründen (Brin 2023).
Solche Datenbanken haben Grenzen: Gemeldet wird nicht jeder Fall, und für die späteren Monate der Schwangerschaft gibt es nur wenige Daten. Ein erhöhtes Risiko zeigt sich darin aber nicht.
In der Stillzeit
Auch in der Stillzeit ist die Datenlage dünn. In einer kleinen Untersuchung war der Wirkstoff nach einer Behandlung im Gesicht in der Muttermilch gar nicht oder nur in winzigen Mengen nachweisbar. In einer Auswertung von 94 Fällen, in denen Frauen nach einer Behandlung gestillt hatten, wurden keine Probleme bei den Kindern beobachtet (LactMed). Embryotox hält einen Übergang in die Muttermilch für unwahrscheinlich.
Trotzdem behandeln wir in der Stillzeit nicht. Es gibt zu wenige Erfahrungen, um das sicher zu sagen, und die Falten laufen dir nicht weg.
Ich wurde behandelt und bin schwanger: Was jetzt?
Das kommt öfter vor, als man denkt, denn in den ersten Wochen weiß man oft noch nichts von der Schwangerschaft. Nach heutigem Wissen musst du dir keine Sorgen machen. Embryotox schreibt dazu, dass sich aus einer Anwendung in der Schwangerschaft keine Konsequenzen ergeben.
Das kannst du tun:
- Sag es deinem Frauenarzt. Er weiß dann Bescheid und kann deine Fragen beantworten.
- Lass dich bei Embryotox beraten, wenn du unsicher bist. Die Beratungsstelle der Charité ist für Schwangere und Ärzte da.
- Keine weitere Behandlung bis nach der Stillzeit. Eine Auffrischung wartet, bis du nicht mehr stillst.
Die Wirkung im Muskel lässt nach 3 bis 6 Monaten von selbst nach. Du musst nichts tun, damit der Wirkstoff „rausgeht“. Welche Begleiterscheinungen nach einer Behandlung allgemein vorkommen, beschreibt der Artikel Botox Nebenwirkungen.
Und bei Kinderwunsch?
Wenn du schwanger werden möchtest, sprich das im Beratungsgespräch mit dem Arzt an. Er berücksichtigt das bei der Planung deiner Behandlung.
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Wann kann ich wieder behandelt werden?
Viele merken nach der Geburt, dass sich Haut und Gesicht verändert haben. Gib dir ruhig etwas Zeit, bevor du entscheidest, was du behandeln lassen möchtest. Wann nach dem Abstillen eine Behandlung für dich passt, besprichst du im Beratungsgespräch mit dem Arzt. Er schaut dann neu auf deine Mimik.
Botulinum gegen Migräne in der Schwangerschaft
Botulinum wird nicht nur gegen Falten eingesetzt, sondern auch bei chronischer Migräne. Das ist eine medizinische Behandlung. Hier wägt der behandelnde Neurologe zusammen mit dir und deinem Frauenarzt ab, ob der Nutzen das Risiko überwiegt (Embryotox). Wir behandeln auch Migräne in Schwangerschaft und Stillzeit nicht. Mehr zur Behandlung findest du auf der Seite Migränebehandlung mit Muskelrelaxans.

Gilt das auch für Hyaluron?
Ja. Auch Lippen aufspritzen und andere Behandlungen mit Hyaluron machen wir in Schwangerschaft und Stillzeit nicht, ebenfalls aus Vorsicht (siehe Lippen aufspritzen). Für deine Haut kannst du in dieser Zeit trotzdem etwas tun: Sonnenschutz und eine gute Pflege tun der Haut immer gut. Bei Cremes mit Retinol oder anderen Vitamin-A-Säuren frag bitte vorher deinen Frauenarzt oder in der Apotheke.
Unsicher, ob das zu dir passt?
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Dafür brauchst du ein kostenloses Konto. Die Analyse ersetzt keine ärztliche Untersuchung.
Häufige Fragen: Botox in der Schwangerschaft und Stillzeit
Für wen Botulinum sonst nicht geeignet ist
Neben Schwangerschaft und Stillzeit gibt es weitere Gründe, nicht zu behandeln, etwa bestimmte Erkrankungen der Nerven oder Muskeln, eine Entzündung an der Behandlungsstelle oder eine bekannte Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff. Einen Überblick gibt die Seite Faltenbehandlung mit Muskelrelaxans. Alles Weitere klärt der Arzt im Beratungsgespräch. Einen Standort in deiner Nähe findest du unter Standorte.
